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Was man über den BvB wissen sollte!!

Eine kleine Chronologie:



1939/40: Der BVB wäre in dieser Saison aus der Gauliga Westfalen an sich als Tabellen-Neunter abgestiegen. In jener Saison stand sogar ein anderer Dortmunder Arbeiterverein vor dem BVB: SV Arminia Marten 08. Damals war dem BVB das Glück hold, weil die Gauliga zur kommenden Saison aufgestockt wurde und man so in dieser Spielklasse verbleiben konnte. Ein „Glücksmoment“ und es ist nicht auszuschließen, dass dies damals eine wichtige Weichenstellung für den BVB war. Hätte man damals absteigen müssen, wer weiß, wie sich der BVB entwickelt hätte und ob er überhaupt den uns bekannten Weg gegangen wäre.

50er Jahre: „Der Typus des Borussen-Spiels war praktischer, effektiver, hier wurden typische Eigenschaften wie Kampfgeist, Kondition offensiv eingesetzt. Damit verkörperten die Dortmunder den neuen Geist des Ärmelaufkrempelns, des Wiederaufbaus, der Schnörkellosigkeit (…) Proletarische Wucht, gepaart mit mannschaftlicher Geschlossenheit…“(Böttiger)

1967/68: Nach den großen Jahren, mit großen Triumphen (Deutsche Meisterschaften, Europapokalsieg, Pokalsieg), ging es Ende der Sechziger Jahre steil bergab. Eine große Mannschaft zerfiel mehr und mehr und wurde nicht mehr adäquat verstärkt (So wurden die Spieler Tilkowski und A. Schmidt nicht ausreichend ersetzt). Bei der Trainerauswahl hatte man kein glückliches Händchen und verließ sich auf die „angeblichen“ Qualitäten einer Mannschaft, die „so eben“ noch Europapokalsieger geworden war. So entging der BVB erst nach einem Trainerwechsel von Heinz Murach zu Oswald Pfau dem Abstieg und man beendet die Saison auf Platz 14. Grobe Fehleinschätzungen der Vereinsführung trugen in dieser Phase dazu bei, dass der BVB in sehr unruhiges Fahrwasser kam. Erstaunlich war es trotzdem, da noch immer Spieler wie Kurrat, Libuda, Emmerich, Held, Sturm im Kader standen. Insgesamt wird bei genauerem Hinsehen deutlich, welch prägnante Parallelen (bei allen Unterschieden) es zwischen dieser Saison und jener der Jahre 2006/2007 gibt.

1968/69: In dieser Saison gelang der Klassenerhalt erst am letzten Spieltag und man landete auf dem 16. Tabellenplatz. An diesem Spieltag musste der BVB daheim die Kickers Offenbach im Stadion „Rote Erde“ in einem Endspiel schlagen und dies gelang am Ende „souverän“ mit 3:0. Aus heutiger Sicht „nachvollziehbar“, benötigte der BVB für das Erreichen des Klassenerhalts sage und schreibe vier Trainer (wobei tragischerweise der erste Trainer O. Pfau an einem Herzinfarkt verstarb): Pfau, Bracht, H. Schneider (immerhin der Meistertrainer der Saison 56/57 - O.Hitzfeld, eine kleine Anmerkung, lässt grüßen) und schließlich Hermann Lindemann. Er übernahm eine Mannschaft, die bereits weitestgehend als „abgestiegen“ zu bezeichnen war. Dennoch schaffte man noch mal den Klassenerhalt, wenn auch denkbar knapp, indem man die beiden letzten Heimspiele der Saison gewinnen konnte.

1970/71: Nachdem man die Saison 1969/70 untern dem Trainer Lindemann überraschend erfolgreich mit einem Tabellenplatz Fünf beenden konnte, entließ man diesen Trainer jedoch (trotz langfristigem Vertrag) und ersetzte ihn durch Horst Witzler. Die Mannschaft wurde weiterhin, auch durch finanzielle Zwänge (der BVB war Ende der 60er-Jahr bei weitem noch kein wirklich professionell geführter Verein und hatte somit auch finanzielle Probleme), geschwächt. Namen wie Emmerich, Paul, auch Assauer wurden nicht ersetzt oder nur unzureichend. Als größtes Problem stellte sich aber das „Trainerkarussell“ dar, welches nunmehr schon seit Jahren im vollen Gang war. Weiterhin sank das Interesse am BVB immer mehr und der Zuschauerschnitt lag „nur noch“ (insgesamt waren die Durchschnitte in dieser Zeit eher niedrig) bei ca. 16.000! Die Saison konnte gerade so auf einem 13. Platz beendet werden und dies bei nur zwei Punkten Vorsprung auf einen Abstiegsplatz. Am Ende dieser Saison wurden weitere Leistungsträger zum Teil aberwitzig abgeben (so verließen Neuberger, Weist, Held und Wosab den BVB). Eben aus finanziellen Gründen war ein „Abspecken“ nötig, jedoch war die Art und Weise, wie man sich trennte, oftmals absurd und fast schon komisch. Der Zerfall ging jedenfalls stetig weiter und so steuerte der BVB auf die kommende Saison zu…

1971/72: Eine unglaublich geschwächte Mannschaft sollte nunmehr den erneuten Klassenerhalt schaffen. Aus dem Team, welches fünf Jahre zuvor den Europapokal der Pokalsieger gewonnen hatte, stand nur noch „Hoppy“ Kurrat im Kader. Als Ersatz für die oben genannten Abgänge wurden ausschließlich „Amateure“ geholt (an der Zahl 10). Der Zustand des BVB war besorgniserregend und der Vorstand spekulierte mehr auf den weiteren Verlauf des Bundesligaskandals, denn auf die Qualitäten der eigenen Mannschaft. Im Grunde hoffte man wohl bis zum Ende jener Abstiegssaison darauf, auch die Spieler, dass am Ende diverse andere Vereine zwangsabsteigen müssten,bzw. die Liga vielleicht aufgestockt würde (womit man wieder im Jahr 1939/40 „angekommen“ war). Im Verlauf dieser Saison kassierte man beispielsweise eine 1:11 Niederlage gegen den FC Bayern München. Zwangsläufig und symptomatisch kam es auch erneut zu einem Trainerwechsel. Witzler wurde von Herbert Burdenski abgelöst. Es half alles nicht, der BVB wurde am Ende Tabellensiebzehnter und konnte nur 20 Punkte (bei der 2-Punkte-Regelung) erreichen. Nach 36 Jahren Erstklassigkeit musste der BVB den Gang in die zweite Reihe antreten und war in sämtlichen Belangen ein Trümmerbild seiner selbst geworden…

1973/74: Nachdem man in der ersten Regionalliga-Saison den Wiederaufstieg verpasst hatte, wollte man in dieser Saison erneut angreifen. Positiv fiel auf, dass der BVB auch in der „2. Liga“ Zuschauer ziehen konnte. Jedenfalls solang, wie man sportlich oben mitspielte. Es kamen jedenfalls teilweise mehr Zuschauer als zu Erstliga-Zeiten, was eben auch an dem engen regionalen Bezug der Gegner lag (Erkenschwick, Lüner SV, DJK Gütersloh, Preußen Münster, RW Essen…). Im Verlauf der ersten Regionalliga-Saison hatte der BVB erneut einige Trainer „verbraucht“. Mit Burdenski wurde begonnen, dieser wurde aber doch Brüggemann abgelöst und dieser wiederum musste seinen Stuhl räumen für die BVB-Legende Max Michallek (zwischenzeitlich fungierte auch noch H.Kurrat als Spielertrainer).
Für die Saison 73/74 wurde ebenfalls erneut ein neuer Trainer verpflichtet. Janos Bedl sollte den BVB zurück in die erste Liga führen. Er galt als „bunter Hund“. Der BVB ging mit einer sehr jungen Mannschaft in diese Saison (22,8 Jahe im Schnitt) und dennoch wurde das Ziel „Aufstieg“ als logisch herausgegeben. Man wurde Tabellen-Sechster und erreichte damit seinen Tiefpunkt. Erneut war der Verein gezwungen, die wenigen Leistungsträger, die man hatte, zu verkaufen (namentlich Theo Bücker), ohne für entsprechenden Ersatz sorgen zu können. Eine entscheidende Wende fand in diesem Jahr jedoch statt: Der BVB bezog das neue Westfalenstadion. Für lange Zeit ein finanzieller Segen für den Verein.
1974/75: Finanziell war der BVB inzwischen arg gebeutelt und das Thema „direkter Wiederaufstieg“ schien nunmehr beendet. Dem BVB drohte gar der Konkurs (ein Thema, welches sich ja bekanntlich noch mehrmals wiederholen sollte). Nur ein radikales Sanierungsprogramm, durch den neuen Präsidenten Heinz Günther eingebracht (Gehaltskürzungen, Einführung des Amateurstatus und der Verkauf vereinseigener Anlagen an der Brackeler Straße), konnte den Verein retten. Damals hatte man auch nach der ersten Sanierungsarbeit einen Schuldenberg von 1,3 Millionen DM (Steuerschulden). In einer gemeinsamen Kraftanstrengung aller (Stadt Dortmund, Industrie und Handel) konnte der BVB gerettet werden und man ermöglichte ihm die Teilnahme für die kommende zweigleisige Zweite Bundesliga. Auch das erwähnte Westfalenstadion ermöglichte neuen Spielraum, so dass in den kommenden Jahren mehr und mehr investiert werden konnte (so z.B. Z.Varga aus Amsterdam). Trainer wurde O.Knefler, den man auch den „eisernen Otto“ nannte. In dieser Saison, unter dem harten Sanierer Günther und dem „eisernen Otto“ Knefler, besann sich der BVB wieder auf seine „kämpferischen“ Tugenden auf dem Spielfeld. In dieser Saison kamen im Schnitt sensationelle 24.000 Zuschauer ins neue Westfalenstadion, so dass man locker mit sehr vielen Erstligisten in diesem Bereich mithalten konnte. Und dies, obwohl der BVB „nur“ Tabellensechster wurde und erneut den Aufstieg verpasste. Die ansich eher „unspektakuläre“ Mannschaft (bis zum Zugang von Varga), schaffte es zudem als Zweitligist bis ins Halbfinale des DFB-Pokal, wo man erst in der Verlängerung am MSV Duisburg scheiterte. Insgesamt ging der BVB finanziell konsolidiert und sportlich gefestigt aus dieser Saison hervor und hatte sich nach dem absoluten Tiefpunkt 1973/74 erstaunlich schnell wieder „berappelt“.

1975/76: Die Wiedergeburt sollte gelingen und weil es sich um einen Aufstieg handelte, soll dies auch hier auftauchen. Der BVB galt nunmehr schon wieder als der große Favorit für den Aufstieg. Der Kader wurde verstärkt und das Westfalenstadion galt weiterhin als großes Pfand bei diesem Vorhaben. Daraus sollte jedoch nichts werden und man wurde „nur“ Tabellenzweiter hinter Tennis Borussia Berlin. Aus diesem Grund musste man in die Relegation gegen den 1.FC Nürnberg. In die Saison war man mit Knefler gegangen, doch dieser sollte diese nicht überdauern. Der Vorstand des BVB entließ ihn, weil man mit den Darbietungen nicht zufrieden war und man einer „Fraktion“ innerhalb der Mannschaft Vorschub leistet, die sich gegen ihn stellte (i.d.R. solche Spieler, die von Knefler kritisiert worden waren). Neuer Trainer wurde Horst Buhtz, der wiederum aber die entscheidenden Spiele gegen den 1.FC Nürnberg auch nicht mehr erleben sollte. Er hatte bereits eben bei jenem 1.FC Nürnberg einen Vertrag für die neue Saison unterschrieben und war somit nicht mehr tragbar für diese wichtigen Spiele. Der Trainer „der Stunde“ sollte somit Otto Rehhagel werden. Da der BVB gerade im Saisonendspurt sehr schwach aufgetreten war, galt der 1.FC Nürnberg als Favorit. Am Ende sollte der BVB seine damals vorhandenen kämpferischen Stärken (spielerisch galt man eher als limitiert) voll ausspielen und schlug den FCN in zwei dramtischen Spielen 1:0 und 3:2. Man war wieder erstklassig! Und damit wieder im Geschäft. Damals galt der BVB, in den Jahren 77/78 als einer der reichsten Vereine Deutschlands und konnte sich erstklassig verstärken (Kostedde, „Ente“ Lippens, Burgsmüller…)

1978/79: Durch das viel vorhanden Geld zwar gut verstärkt, stagnierte der BVB dennoch (in dieser Saison Platz 12), was sich direkt auch bei den Zuschauerzahlen widerspiegelte. Damals war der Faktor „Zuschauereinnahmen“ noch der wichtigste und so kam der BVB erneut in die Situation, dass er finanzielle Probleme bekam. Sprach man, wie oben zu lesen, kurz zuvor noch von einem der reichsten Klubs Deutschlands, trat innerhalb von zwei Jahren erneut das genaue Gegenteil ein. Diverse Fehlentscheidungen der damaligen Vorstände spielten dabei wohl eine Rolle. Das vorhandene Geld wurde für Trainerwechsel (der BVB beschäftigte zwischenzeitlich z.B noch K.H.Rühl, U.Maslo) ausgegeben, für falsche Transfers und insgesamt war kein schlüssiges Konzept erkennbar, wie der BVB sich in der ersten Liga positionieren solle. Und so kam erstmals Dr. Reinhard Rauball ins Spiel (damals erst 32 Jahre jung). Rauball entschied sich für ein Konzept, dass die vorhandenen Ressourcen (das Stadion) ausnutzen sollte und wollte den Verein nicht „kaputt sanieren". Auch konnte er beispielsweise Leistungsträger wie M.Burgsmüller, die zwischenzeitlich bei den Fans in Ungnade gefallen waren, zu einem Verbleib „überreden“. Insgesamt stellte Rauball damals eine neue Ära dar, weil er nicht aus dem üblichen Milieu stammte, welches bisher die BVB-Präsidenten gestellt hatte. So konnte Rauball binnen weniger Monate einen „neuen“ BVB erschaffen und konnte für dieses Projekt Udo Lattek gewinnen, den bis heute erfolgreichsten Vereinstrainer Deutschlands. In den folgenden Jahren konnte der BVB unter R.Rauball, der die finanzielle Seite in kurzer Zeit komplett bereinigt hatte, einen Schritt nach vorne machen. Dabei wurde der Kader immer wieder gezielt und gut verstärkt (als Trainer z.B. mit Branco Zebec, Spieler wie Rüßmann, Abramczik…). Am Ende konnte man unter Zebec das von Rauball bei Amtsantritt avisierte Ziel des internationalen Wettbewerbs nach langen Jahren wieder erreichen und zog in den UEFA-Cup ein (1982/83).

1984/85: 1982/83 trat R. Rauball von seinem Amt zurück. Der BVB war wieder gefestigt und stand gut aufgestellt dar. Rauball sah seine Aufgabe erfüllt und wollte sich seiner eigentlichen Arbeit widmen. Seine Nachfolger erwiesen sich jedoch als schlechte Wahl, was noch wohlwollend ausgedrückt ist. Sie schafften es, den BVB binnen weniger Jahre erneut in sehr unruhiges Fahrwasser zu manövrieren und sportlich wie auch finanziell erneut an den Abgrund zu führen. Nach den Jahren 1982 - 85 war die Borussia aus Dortmund so „kaputt“ wie nie zuvor und man stand vor einem Scherbenhaufen. Namentlich handelte es sich dabei um Jürgen Vogt (der jedoch entnervt nach kurzer Zeit wieder das Handtuch warf), „Not-Präsident“ Friedhelm Cramer und Frank Roring (seines Zeichen Geschäftsführer von Artic-Eiskrem. Er sollte den BVB eher für seine Zwecke „verwenden“, als im Sinne des BVBs zu arbeiten.) In dieser Phase wurden erneut „reihenweise“ Trainer durchgeschleust (Zebec, Feldkamp, Witte, nochmals Maslo, nochmals Witte, der unvergessliche Tippenhauer, seines Zeichens ja auch Manager, Franz, Konietzka.), was sich als geradezu beispielhaft für die Sprunghaftigkeit und Konzeptionslosigkeit dieser „Führungsmannschaft“ darstellte. Beispielhaft für diese „Phase“ war auch der unausgeprägte Realitätssinn und so wurden von Saison zu Saison immer wieder „utopische“ Ziele von der Vereinsführung herausgegeben, obwohl die Mannschaft Jahr für Jahr durch Abgänge geschwächt wurde. Und dies trotz eines „Managers“ Namens Tippenhauer, der i.d.R. schlechte Spieler für viel Geld kaufte und gute Spieler für wenig Geld verschenkte…
Und so kam es 1984/85 wie es kommen musste. Der BVB raste unter seinem zeitweiligen Trainer Timo Konietzka sportlich und finanziell gen Abgrund. Der Vorstand, Frank Roring bot im Oktober 1984 dann seinen Rücktritt an und daraufhin überschlugen sich die Ereignisse in Dortmund und man wurde endgültig zu einer „Lachnummer der Liga. Es kam zu Sitzblockaden, und Trainer, Manager, Präsidium wurden auf das schärfste durch die Anhängerschaft attackiert. Es kam zum kompletten Rücktritt des BVB-Präsidiums. Als neuer Vorstand wurde durch das Amtsgericht Dortmund erneut Reinhard Rauball berufen. Ihm zur Seite wurde Dr. Gerd Niebaum und erneut Jügen Vogt gestellt. Als erstes wurde der „Manager“ Namens Tippenhauer entlassen und mit ihm T.Konietzka. Neuer Trainer wurde Erich Ribbeck.
Nur wenige Tage nach der Übernahme durch Rauball kamen Zahlen auf den Tisch. Der BVB war mit 8,3 Millionen DM verschuldet. Aus damaliger Sicht ein fast „unlösbarer“ Schuldenberg. Die Lizenz war in großer Gefahr und der BVB stand abermals vor dem Konkurs.
Erneut gelang es R.Rauball jedoch, wie seinerzeit dem „ersten“ Sanierer Günther in den 70er Jahren, die Mannschaft von einem Gehaltsverzicht zu überzeugen (alleine so konnten um die eine Millionen DM eingespart werden). Erneut waren es auch die Stadt Dortmund sowie die Industrie und der Handel, die dem BVB hilfreich zur Seite standen. Es gab damals diverse Rettungsaktionen in dieser Zeit, so z.B. ein „Benefiz-Hallenturnier“ für den BVB.
Sportlich bereits fast abgestiegen, gelang es in der Saison 1984/85 Erich Ribbeck jedoch noch, den BVB auf einen 14. Tabellenplatz zu führen und somit die Klasse zu sichern. Damals im Rahmen der angestrengten Sanierungsarbeit ein sehr wichtiger Baustein. Ohne Klassenerhalt wäre es wohl sehr schwierig geworden, den BVB wieder auf die Beine zu stellen.

1985/86: Erneut musste es zu einem Trainerwechsel kommen. Erich Ribbeck war zu ambitioniert, um beim BVB bleiben zu wollen. Er verließ den BVB Richtung Bayer Leverkusen. Als Nachfolger kam erneut ein Rauball üblicher, renommierter Name: Pal Csernai. Da der BVB weiterhin finanziell stark angeschlagen war, konnte die Mannschaft, obwohl bereits in der Vorsaison fast abgestiegen, nicht wesentlich verstärkt werden. Somit war das Ziel der Klassenerhalt. Trotz der niedrigen Ansprüche und Erwartungen überlebte Pal Csenai die Saison nicht. Es passte einfach nicht zusammen, dieser „Seidentuch-Trainer“ und der BVB. Sein Nachfolger wurde sein Co-Trainer Reinhard Saftig, der dann ab April 1986 die Aufgabe hatte, die Klasse zu erhalten. Der BVB landete am Ende jedoch auf Platz 16 der Tabelle und musste in die Relegation. Ca. zehn Jahre nach dem Aufstieg drohte der erneute Fall in die Zweitklassigkeit. Zwischendurch wirtschaftlich prosperierend, ins internationale Geschäft einziehend, dann aber wieder zurückgefallen auf die Abstiegsränge, pleite und ausgebrannt, hatte der BVB in diesen zehn Jahren einen „Ritt durch die Achterbahn“ mitgemacht. So kam es zu den sagenumwobenen Spielen gegen Fortuna Köln. Ganz Dortmund wäre damals fast an einem Torhüter Namens Jarecki verzweifelt, aber am Ende gelang dem BVB dank des Spielers Jürgen Wegmann doch noch das „Wunder“ und man konnte sich in der Relegation behaupten. Ansonsten ist diese Geschichte ausreichend erzählt und ein jeder BVB-Fan kennt sie sicherlich.

Seltsamerweise stellten diese Spiele jedoch einen Wendepunkt dar. Der BVB nahm durch diese zusätzlichen Spiele „viel“ Geld ein und konnte so gestärkt in die kommende Erstliga-Saison gehen. So war das damals noch. Es ging um wesentlich weniger Geld und die Zuschauereinnahmen machten den großen finanziellen Unterschied aus. Auch ging aus diesem „hauchdünnen“ Finale eine Aufbruchstimmung hervor, welche die gesamte Dortmunder Szene ergriff. So fand sich mit Reinhard Saftig auch endlich mal ein Trainer, der länger als 12 Monate in Dortmund arbeiten durfte und konnte. Und wie bereits erwähnt, es war wieder finanzieller Spielraum vorhanden, so dass die Mannschaft erstmals wieder verstärkt werden konnte (Frank Mill und Norbert Dickel stießen zur Mannschaft). Und so setzte eine „Phase“ ein nach der Saison 1986/87 (welche man sensationell mit dem vierten Platz abschloss), die am Ende 1989 im DFB-Pokalsieg endete. Zwar gab es auch in dieser Phase Rückschläge und Probleme (Trainerwechsel inklusive), aber insgesamt zeigte die Borussia sich stabil und gefestigt, vor allem finanziell.

1990/91: Eine kritische Saison. Der BVB erlebte nach einer sehr guten Vorsaison (Platz 4) unter Horst Köppel einen empfindlichen Rückschlag. Nicht vergleichbar mit jenen aus den letzten Jahrzehnten (so war man eben finanziell nicht mehr gefährdet und stand auf vollkommen gesunden Beinen), aber es war eine kritische Phase. Obwohl man im für damalige Verhältnisse sehr großen Stil investierte (F.Povlsen kam für 4,1 Millionen DM), verlief diese Saison sehr unbefriedigend und zeitweise war man gar in Abstiegsnöten (unvergesslich eine 0:7 Niederlage beim VfB Stuttgart). Insbesondere in den Heimspielen funktionierte gar nichts mehr und am Ende der Saison standen gerade einmal Heimsiege im Arbeitsnachweis. Auffallend war aber, dass der Präsident Niebaum (welcher nach der Saison 1985/86 R.Rauball abgelöst hatte) und sein Manager Michael Meier (aufgrund dieser Person war Niebaum überhaupt im Amt geblieben, statt 1989 zurückzutreten, wie er es angekündigt hatte) in dieser Saison an Horst Köppel festhielten. Damit setzten sie ein klares Zeichen gegen die Politik diverse Vorgänger in ihren Ämtern, die massenhaft Trainer austauschten. Ihnen war Ruhe, Seriösität und langfristiges Denken damals noch wichtiger als Schnellschüsse zu landen. Weiterhin auffallend war, dass die BVB-Fans die kläglichen Darbietungen mit enormer Ruhe und Geduld ertrugen. Sie unterstützen die Mannschaft wo sie konnten und hielten still, so dass am Ende der Saison ein enttäuschender 10. Platz hingenommen wurde. Horst Köppel wurde dann in beiderseitigem Einverständnis am Saisonende durch Ottmar Hitzfeld abgelöst. Die darauf folgende Entwicklung ist hinlänglich bekannt…

1999/2000: Der BVB war unter Niebaum, Meier, Hitzfeld etc. zu einem der erfolgreichsten Vereine Deutschlands geworden. Diverse Titelgewinne, bis hin zum Europapokalsieg der Landesmeister, sprachen ihre eigene Sprache. Wirtschaftlich galt der BVB als die Macht neben dem FC Bayern und gehörte zur Creme de la Creme in Europas Fußballszene. Zehn Jahre nach dem Wechsel von Köppel auf Hitzfeld war im Grunde ein „neuer“ Verein entstanden, der alle Altlasten und alle Vergangenheit weit hinter sich gelassen hatte. Diese Dekade braucht gar nicht ausführlich beschrieben werden. Zwar hatte O.Hitzfeld den BVB 1997 als Trainer verlassen (um ein Jahr Urlaub als Sportdirektor einzulegen und dann zum FC Bayern zu wechseln), aber auch unter seinem Nachfolger Nevio Scala vermochte man nochmals ins Halbfinale der Champions-League einzuziehen (wenn auch in der Liga weit abgeschlagen, auf Platz 10).

Der Erosionsprozess war aber bereits unter Nevio Scala deutlich bemerkbar geworden, so dass er nach nur einem Jahr durch den „Nachwuchsmann“ Michael Skibbe abgelöst wurde. In seinem ersten Jahr 1998/99 konnte Skibbe die im Umbruch befindliche BVB-Mannschaft noch auf einen sehr guten vierten Tabellenplatz führen, doch 1999/00 brachen dann endgültig sämtliche sportliche Dämme und der BVB steuerte deutlich Richtung Abstieg. Aus heutiger Sicht wird dabei einiges deutlicher, weil man inzwischen um die enormen finanziellen Eskapaden dieser Zeit weiß, aber damals wirkte es schon erschütternd, wie nervös und dann doch unseriös die Macher Niebaum und Meier reagierten. So entließen sie Michael Skibbe kurz nach der Winterpause, als der BVB auf einem guten Tabellenplatz stand, aber eben der Zug Richtung CL-Qualifikation abzufahren drohte. Ohne Not warf man einen Trainer raus, der nie wirklich beliebt war, der aber doch sportlich durchaus nicht unerfolgreich war, um ihn durch Bernd Krauss zu ersetzen. Bereits unter Michael Skibbe war man lange Zeit nur noch durch Unentschieden und Niederlagen aufgefallen (einzig ein 4:0 am Ende der Hinrunde konnte da eine Ausnahme darstellen), aber unter Bernd Krauss setzte ein dramatischer Verfall ein, der kaum noch zu stoppen schien. Insgesamt blieb der BVB, Skibbe/Krauss/Lattek zusammengenommen, 14 Spiele ohne Sieg. Bernd Krauss gelang es dabei sogar, überhaupt kein Spiel zu gewinnen bzw. am Ende sechs Spiele in Folge zu verlieren. Es wurde dramatisch. Man kann sich vorstellen, welch Blut und Wasser Dr. Niebaum und Michael Meier schwitzen, war doch auch schon damals finanziell bei weitem nicht mehr alles im Reinen. Ein Abstieg wäre sportlich fatal gewesen, finanziell gewiss eine mittelgroße Katastrophe. Und so musste der BVB nochmals handeln und Bernd Krauss nach kurzer Zeit wieder entlassen. An seine Stelle traten Udo Lattek und Matthias Sammer. Der „alte Haudegen“ Lattek ließ sich weich klopfen und dafür auch fürstlich entlohnen. Und er schaffte zusammen mit M.Sammer doch noch die unerwartete Wende. Überall in Dortmund hatte man sich, nach einer 1:3 Heimniederlage gegen Unterhaching, bereits seinem Schicksal ergeben und ging nicht mehr davon aus, dass bei einem sehr schweren Restprogramm noch eine Rettung möglich wäre (u.a. Bayern München, VfB Stuttgart, Schalke und Berlin). Nach den Jahren der großen Triumphe und Erfolge wirkte es geradezu betäubend, sich mit dem Gedanken „anzufreunden“ in die zweite Liga gehen zu müssen. Doch die Rettung gelang, zwar mühevoll, aber am Ende reichte im Grunde ein Auswärtssieg in Stuttgart (nochmals ein Dank an Heiko Herrlich), um den Abstieg abzuwenden.
Eine in Teilen wahllos zusammen gewürfelte Mannschaft, zudem für wahnsinnig viel Geld, konnte sich in dieser Saison nie als funktionierende Einheit präsentieren (teilweise Ausnahmen im UEFA-Cup ausgenommen, nachdem man auch in der CL kläglich gescheitert war). Es war eine zerstrittene Gruppe von Einzelkämpfern und oben drauf kam noch eine fragwürdige Vereinspolitik im Bezug auf den Trainerposten.

Der Kollaps: In den Jahren 2003/2004 kam es dann, die Geschichte wiederholt sich, wie man sieht, zum Kollaps beim BVB. Trotz der hier beschriebenen Geschichte, die bereits von möglichen Konkursen durchzogen ist, kann man getrost von der wohl schwierigsten Situation in der Vereinsgeschichte sprechen. Der BVB stand am Abgrund. Und diesmal finanziell. Nach der fatalen Saison 1999/2000 ging der BVB erneut in die Offensive. Finanziell vermeintlich durch einen Börsengang, einen Vermarkter-Deal (und diverse andere „Kniffe“) enorm gestärkt, hatte man sehr „ambitioniert“ in die Mannschaft investiert und Spieler für 15-30 Millionen Euro gekauft (Koller, Rosicky, Amoroso etc.). Sogar mit vordergründigem Erfolg. So wurde man Deutscher Meister und erreichte ein Europapokalfinale. Aber dies alles war nur noch auf sehr maroden Fundamenten errichtet. Sportlich inzwischen von Matthias Sammer als Cheftrainer geleitet, wollten die absoluten Erfolge nicht mehr kommen. So wurde am Ende der Sammer Zeit gar die Qualifikation für die Champions-League verspielt. Und diese war inzwischen überlebenswichtig für den BVB geworden und selbst bei einer Teilnahme wäre das finanzielle Luftschloss wohl zusammengebrochen. So wurde Sammer noch vor der Saison 2004/2005 durch Bert van Maarwijk ersetzt, dem man wohl noch erzählte, welch solventen und großen Verein er demnächst betreuen würde. Im Verlauf dieser Saison brachen jedoch fast alle Dämme. Der BVB rutschte in der Vorrunde sportlich in eine tiefe Misere und finanziell begann der große Abgesang, der am Ende das Ende der Ära Niebaum und Meier bedeutet. Der BVB war de facto Pleite. Erneut. Diesmal jedoch ging es um anderes, als in den Fällen der Geschichte. Es ging um hunderte Millionen EURO, um gigantische Schuldenberge. Da konnte auch die Stadt Dortmund nur noch bedingt helfen, geschweige das irgendwelche Benefizspiele etwas ausgemacht hätte. Auch Gehaltsverzichte reichten bei weitem nicht. Erneut musste Reinhard Rauball als Retter auf die Kommandobrücke steigen. In seinem Anhang kamen auch Hans-Joachim Watzke und Thomas Treß in Spiel. Zusammen mit diversen Finanzinvestoren gelang ihnen zunächst einmal, die direkte Insolvenz im Verlauf der Saison abzuwenden. Und siehe da, der Mannschaft gelang ein enormer sportlicher Befreiungsschlag, der beinahe nebenbei herlief. Man spielte die beste Rückrunde der Vereinsgeschichte und konnte gar noch in den UI-Cup einziehen. Eine Glanzleistung aus heutiger Sicht, welche Mannschaft und Trainer da zustande brachten. Dr. Niebaum und Co. hatten ein dabei ein Trümmerfeld hinterlassen. Die großen „Helden“ der BVB-Familie waren gescheitert und wurden am Ende fast verdient wie geprügelte Hunde vom Hofe gejagt. Insbesondere Dr. Niebaum, der den gesamten Weg seit 1986 mitgegangen war, musste dabei wohl eingestehen, dass er den Verein desolater zurückließ, als er ihn vorgefunden hatte. Der BVB war allein nicht mehr sanierbar, brauchte starke Partner und enorme Mittelzuflüsse. Der gesamt Komplex ist hinlänglich bekannt und soll an dieser Stelle nicht erneut einen Platz finden. Die Rettung gelang fürs Erste.

Was dann in den Jahren 2005 bis heute geschah ist aktuelles „Tagesgeschehen“. Wir werden sehen, wie die Reise weitergeht. Wir werden sehen, welche Entscheidungen gut waren, welche schlecht. Wir werden erkennen, welche Personen gut waren und welche schlecht. Parallelen sind, wie ich finde, durchaus erkennbar, wenn man in die Historie schaut. Die panikartige Trainerpolitik lässt an vergangen Zeiten erinnern, Konzeptlosigkeit mögen andere sagen auch, finanzielles Gebaren ebenfalls….

Klar ist eines. Dieser Verein hat schon wahnsinnig viele schwere Stunden miterlebt. Er war schon mal sehr weit unten, lag in einer Tabelle der Regionalliga-West hinter Vereinen wie dem FC Mühlheim-Styrum, war mehrfach finanziell so gut wie erledigt oder stand oftmals sportlich am Abgrund. Gewiss, auch viele große Momente hat dieser Verein miterlebt, aber derzeit sollten wir wohl darauf schauen, dass er auch immer wieder aus den schweren und desolaten Stunden auferstanden ist, um sich dann, ich nenne es mal so, neu zu erfinden!

In diesem Sinne, hoffen wir auf die Zukunft.

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